Wie du Stress, Angstzustände und Ärger bewältigst und deine Beziehung stark hältst

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Relate, die größte Organisation von Beziehungsberatern in Großbritannien, hat in Zusammenarbeit mit Health & Her Tipps zusammengestellt, die dir und deinem*deiner Partner*in helfen sollen, die Wechseljahrsbeschwerden gemeinsam zu bewältigen. Der Stress, die Angstzustände und die Wut, die in den Wechseljahren scheinbar aus dem Nichts auftauchen, sind schwer zu bewältigen, aber es ist möglich, gemeinsam daran zu arbeiten, um sie zu überwinden und sich verbundener zu fühlen.

Die Wechseljahre sind nicht nur eine physische Veränderung deines Körpers. Sie können auch einen großen Einfluss darauf haben, wie du dich fühlst. Das Gehirn und der Körper schalten in den Wechseljahren auf eine Art Überlebensmodus, und das kann dazu führen, dass du dich erschöpft fühlst. Möglicherweise hast du manchmal Stimmungsschwankungen, fühlst dich vergesslich oder wirst schnell wütend.

Darüber hinaus kann es sein, dass du in den Wechseljahren auch dass erste Mal Angstzustände erlebst. Vielleicht bereiten dir die folgende Gedanken Sorgen:

  • Wie sich dein Körper verändert
  • Ob du dich jemals wieder wie du selbst fühlen wirst
  • Ob sich die Gefühle deines Partners für dich ändern werden
  • Wie du mit neu auftretenden Symptomen fertig werden sollst

Wieso fühlst du dich in den Wechseljahren anders?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Man sucht sich den Beginn der Wechseljahre nicht aus. Häufig kommen sie völlig unerwartet, wenn du die ersten Symptome bemerkst. Das kann dazu führen, dass du das Gefühl von Kontrollverlust hast und dich unvorbereitet fühlst, was wiederum deine Ängste verstärkt.

Andere Mitglieder deiner Familie hatten vielleicht bereits eine sehr schwierige Zeit in den Wechseljahren und du machst dir möglicherweise Sorgen, dass du eine ähnliche Erfahrung machen wirst. Bei manchen Frauen nehmen negative Gefühle oder Müdigkeit überhand und sie beginnen, depressiv zu werden.

Was kannst du gemeinsam mit deinem*deiner Partner*in tun, um die Situation zu meistern? Indem du dich um dich selbst kümmerst und dich von deinem Arzt oder deiner Ärztin beraten lässt, kannst du den Schweregrad deiner Symptome deutlich verringern. 

Auch wenn es schwierig sein kann, mit einigen Symptomen zu leben, kannst du eine Menge tun, um diese zu lindern. Außerdem ist es hilfreich, sich daran zu erinnern, dass dies ein natürlicher Prozess ist, der irgendwann hinter dir liegen wird.

Beratungsgespräche mit erfahrenen Expert*innen können sehr wirksam sein, wenn du feststellst, dass du wirklich mit Gefühlen wie Depression, Angst, Verlust oder Wut zu kämpfen hast. Das heißt nicht, dass du dich zu etwas verpflichten musst. Vielleicht findest du es nur hilfreich, für eine einzige Sitzung jemanden aufzusuchen, der versteht, was du durchmachst, und der dir helfen kann, Wege zu finden, damit umzugehen.

Was kann mir helfen, mich besser zu fühlen?

Es gibt viele verschiedene Ansätze, die du ausprobieren kannst. Je nachdem, welche Symptomen du verspürst können dir folgende Sachen weiterhelfen:

  • Mit anderen Frauen sprechen.
    Andere Frauen können dir praktische Tipps geben, wie du mit deinen Symptomen umgehen kannst, oder dir ein offenes Ohr schenken, wenn du einen schweren Tag hast. Es ist sehr hilfreich, andere Erfahrungen zu hören, um das, was du durchmachst, zu normalisieren und zu verhindern, dass du dich isoliert fühlst. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, die Reaktion deines*deiner Partners*Partnerin auf die Wechseljahre einzuschätzen. Vielleicht bemerkst du, dass die Partner anderer Frauen weniger oder mehr Unterstützung geleistet haben als dein eigener. Zu erfahren, wie andere Frauen ihren*ihre Partner*in dazu gebracht haben, sie mehr zu unterstützen, kann dir einige Ideen geben, wie du deine*n Partner*in dazu ermutigen kannst, sich mehr zu engagieren. Umgekehrt kann es auch hilfreich sein, zu sehen, wie Frauen, deren Partner*in nicht sehr unterstützend waren, andere unterstützende Netzwerke aufgebaut haben.
  • Recherchiere die Symptome und mögliche Behandlungen.
    Geh mit deinen Recherchen zu deiner Ärztin oder deinem Arzt und sprich mit ihr/ihm über mögliche Behandlungen, die du ausprobieren kannst. Dazu können eine Hormonersatztherapie, andere verschreibungspflichtige Medikamente oder eine Gesprächstherapie gehören. Es lohnt sich, so viel wie möglich über die verschiedenen Behandlungen herauszufinden, damit du ein fundiertes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt führen und die Zeit, die du mit ihr oder ihm verbringst, optimal nutzen kannst.
  • Achte auf dich selbst und hab Spaß.
    Wenn du deine Stimmung aufhellst, kannst du besser mit Stress und Angstzuständen umgehen. Du könntest ein entspannendes Bad mit deinen Lieblingsölen und -kosmetikprodukten einplanen, dir einen Tag frei nehmen, um nur das zu tun, worauf du Lust hast, den ganzen Tag mit einer guten Freundin verbringen oder zu einer Massage oder Gesichtsbehandlung gehen. Wenn du unter Zeitdruck stehst, kannst du dir eine halbe Stunde Zeit nehmen, um eine Tasse Tee zu trinken und ein Buch zu lesen oder deinen Lieblingspodcast oder deine Lieblingsmusik zu hören.
  • Denk mehr an dich.
    Du brauchst Zeit, um dich um dich selbst zu kümmern und dich zu erholen. Das heißt, du musst dich selbst und deine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. Wenn du daran gewöhnt bist, dich mehr um andere als um dich selbst zu kümmern, solltest du dich bewusst bemühen, dieses Verhalten umzukehren. Denk darüber nach, welche Ratschläge du einer Freundin geben würdest oder wie du dich um ein Kind kümmern würdest, und beziehe das auf dich selbst.
  • Eine Gesprächstherapie könnte auch helfen.
    Du kannst diese alleine oder mit deinem Partner wahrnehmen. Sie bietet die Chance, das, was dir widerfährt, aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Falls du eine Paarberatung in Anspruch nimmst, könnte diese auch ein Element der Aufklärung beinhalten. Der Therapeut oder die Therapeutin möchte, dass du die biologischen Veränderungen verstehst, die stattfinden, damit du sie nicht als Verlust des Interesses an der Beziehung missverstehst.
  • Versuche es mit Achtsamkeit.
    Einige Frauen haben herausgefunden, dass Achtsamkeit ihnen dabei hilft, mit Wut, Angstzuständen oder dem Problem, klar zu denken, besser umzugehen.
  • Rede mit deinem*deiner Partner*in.
    Achte darauf, dass dein*r Partner*in weiß, wie du dich fühlst und was er*sie tun kann, um dir zu helfen. Männer haben keine Periode und wissen daher nicht, wie sich Hormone auf die Stimmung und die allgemeine psychische Gesundheit auswirken können. 

Welche Behandlungen für dich am besten geeignet sind, hängt von deinen persönlichen Umständen und dem Schweregrad deiner Symptome ab. Viele Frauen stellen jedoch fest, dass eine gesündere Lebensweise und mehr Aufmerksamkeit für ihre eigenen Bedürfnisse die Intensität ihrer negativen Gefühle deutlich verringert.

Regelmäßige körperliche Betätigung, eine Umstellung der Ernährung und mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse reduzieren deutlich die Intensität der negativen Gefühle. Techniken wie Yoga und Achtsamkeit sind ebenfalls sehr hilfreich. Körperliche Betätigung wirkt sich positiv auf die Endorphine aus, die auf natürliche Weise die Stimmung heben und Ängste abbauen.

Außerdem lohnt es sich, alle Symptome der Wechseljahre zu betrachten, auch die, die du im Moment vielleicht gar nicht wahrnimmst, denn so bist du besser vorbereitet und fühlst dich weniger überfordert, wenn ein neues Symptom auftritt. 

Und schließlich ist es wichtig, daran zu denken, dass dies ein Ende haben wird. Zahlreiche Frauen sagen, dass sie sich nach den Wechseljahren entspannter und selbstbewusster fühlen. Du durchläufst gerade nur eine Phase, und deine Gefühle werden sich mit der Zeit beruhigen.

Suche eine Therapeutin oder einen Therapeuten auf

Welche Art von Therapie für dich am besten geeignet ist, hängt davon ab, bei welchen Problemen du Hilfe brauchst:

  • Angstzustände und Stimmungsschwankungen

Eine KVT-Therapeutin oder Therapeut wird dir dabei helfen, Strategien zu entwickeln, um Situationen, die dich ängstlich oder wütend machen, anders zu betrachten. Zudem wird untersucht, wie du dein Verhalten ändern kannst, damit du dich weniger ängstlich fühlst.

  • Beziehungsprobleme.

Eine Beziehungsberatung hilft dir, Spannungen oder Konflikte in deiner Beziehung zu lösen, oder wenn du das Gefühl hast, dass ihr euch auseinandergelebt habt, Wege zu finden, miteinander zu reden und euch wieder verbunden zu fühlen. Du kannst alleine oder gemeinsam eine Beziehungsberatung aufsuchen.

Über Relate

Relate ist der größte Anbieter für Beziehungsberatung in Großbritannien und hat im vergangenen Jahr über zwei Millionen Menschen aller Altersgruppen, Hintergründe, sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten geholfen, ihre Beziehungen zu stärken.

 

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